Drama – Deutschland 2004
FSK: ab 12
Verleih: timebandits films
Regie:
- Fatih Akin
Darsteller:
- Birol Ünel: Cahit Tomruk
- Sibel Kekilli: Sibel Güner
- Catrin Striebeck: Maren
- Güven Kıraç: Seref
Der vierte Film des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin “Gegen die Wand” war zugleich der Auftakt zu seiner Trilogie Liebe, Tod und Teufel, die 2007 mit dem Film “Auf der anderen Seite” fortgesetzt wurde.
Handlung
Der verwahrloste und alkoholsüchtige Deutsch-Türke Cahit (Birol Ünel) lernt nach einem Unfall im Krankenhaus die selbstmordgefärdete Sibel (Sibel Kekilli) kennen. Ihr Suizidversuch war Ausdruck ihrer Rebellion gegen ihr konservatives türkisches Elternhaus und dessen Erwartungshaltung an sie. Denn anders als von ihrem Vater und ihrem Bruder erwünscht, will sie sich nicht so bald verheiraten, sondern stattdessen ihr Leben weiterhin in vollen Zügen genießen. Aus diesem Grund bittet sie Cahit mit ihr eine Scheinehe einzugehen, um vor ihrer Familie glaubhaft ihrer Einsichtigkeit vorzutäuschen und in Wirklichkeit ihrem eigenen Lebensentwurf weiterhin nachzugehen. Nach einen erneuten Selbstmördversuch von Sibel, willigt Cahit schließlich ein und sieht sich damit einer radikalen Veränderung seines Lebens gegenüber. Denn obwohl er nach wie vor seinem nichtsnützigem Dasein fröhnt, beginnt er mit der Zeit immer mehr für Sibel zu empfinden. Doch als es gerade den Anschein macht, als ob es tatsächlich eine echte gemeinsame Zukunft für sie gäbe, ereignet sich eine erneute Tragödie, die ihr beider Leben auf eine weitere Probe stellt.
Fazit
Bei “Gegen die Wand” zeigt sich ein weiteres Mal, was für ein großartiger Geschichtenerzähler Fatih Akin ist. Während bei anderen Regisseuren ähnliche Plots wahrscheinlich in einen seichten, romantischen Kitsch verfallen würden, bleibt Akins Erzählung stets realistisch und somit glaubwürdig. Mit der gebürenden Ernsthaftigkeit aber auch mit viel Gefühl beschreibt er die moderne Probleme von Migrantenkindern, die, hin- und hergerissen zwischen zwei Welten, ihren eigenen Weg einschlagen wollen.
Gleiches gilt auch für die beiden Hauptdarsteller. Sibel Kekilli und Birol Ünel spielen ihre jeweiligen Charaktere äußerst glaubwürdig und mit einer Intensität, welche dieser Thematik die entsprechende emotionale Tiefe verleiht. Ein absolut sehenswerter Film also, der nicht umsonst u.a. mit dem Goldenen Bären und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden ist.
Hier findet ihr eine Liste von sämtlichen Videotheken Hamburgs, wo “Gegen die Wand” ausgeliehen werden kann.
Meine Wertung

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